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Reichstagsgebäude

Reichstag - Die Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 machte die Errichtung eines Parlamentsgebäudes in der neuen Reichshauptstadt Berlin erforderlich. Ein Architektenwettbewerb begann und parallel machte man sich auf die Suche nach einem passenden Grundstück. Keine leichte Aufgabe, sollte doch aus Gründen der Pietät kein Mitglied der kaiserlichen Familie auf ein Parlamentsgebäude blicken müssen. Hastig wurde ein Provisorium am Leipziger Platz gebaut. Schließlich wird ein Grundstück hinter der eigentlichen Stadtgrenze gefunden. Paul Wallot errichte ab 1884 im Stil des Historismus dieses wuchtige Gebäude. Wilhelm II. war nicht erfreut, besonders die Kuppe erzürnte ihn. Die Kuppel, so meinte er, sei der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Kuppeln gehörten nach seiner Ansicht nur auf Schlösser und allenfalls auf Kirchen. Er konnte sich nie mit diesem Gebäude anfreunden. Der Reichstag des Kaiserreiches zieht 1894 endlich ein. Im Spätherbst 1918 wird von einem Fenster des Gebäudes durch Philipp Scheidemann die Republik ausgerufen - die Zeit der Weimarer Republik beginnt. Adolf Hitler ist längst Reichskanzler, da zündet Marinus van der Lubbe im Mai 1933 als Zeichen gegen den Kapitalismus in der Welt das Reichstagsgebäude einfach an. Der komplett aus Holz bestehende Plenarsaal fängt sofort Feuer und brennt lichterloh. Der Reichstag zieht in das gegenüberliegende Etablissement Kroll. Aus und vorbei ist es mit dem Parlament, die Nazis ziehen ihren politischen Nutzen aus dem Reichstagsbrand. Van der Lubbe wird gefasst und nach einem Schauprozess hingerichtet. Das Gebäude schwer beschädigt durch den II. Weltkrieg, wird von sowjetischen Truppen gestürmt. Noch heute sind ihre Graffitis im Haus zu sehen. Ein berühmtes Foto eines Sowjetsoldaten mit roter Fahne in der Hand entsteht. 1945, die Teilung in vier Sektoren. Am 13.08.1961 wird die Berliner Mauer direkt hinter dem Reichstagsgebäude entlanggehen. Das eine Parlament tagt in Bonn, das andere auf der Schlossinsel - der Reichstag versinkt in einen Dornröschenschlaf. Mit einem Paukenschlag küssen Christo und Jean Claude das Haus mit ihrer spektakulären Reichstagsverhüllung 1995 wieder wach. Bereits am 20.06.1991 und dann mit dem Bonn-Berlin-Gesetz am 26.04.1994 wurde es sozusagen amtlich. Seit 1999 tagt der Deutsche Bundestag in Berlin im Reichstagsgebäude. Mit einer von Sir Norman Forster geplanten Kuppel, der im Übrigen den Gesamtumbau als Architekt konzipiert hatte. Wie es wohl Seine Majestät Wilhelm II. finden würde?