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Schloss Gottesaue

Der Name des heutigen Schlosses geht zurück auf ein Benediktinerkloster, das in der Reformation aufgelöst wurde. An dessen Stelle ließ Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach zwischen 1588 und 1598 ein Lusthaus errichten. Architekt der Anlage war Straßburger Ratsbaumeister Johannes Schoch, bekannt vor allem für den Friedrichsbau auf dem Heidelberger Schloss.
Schloss Gottesaue stellt eine ganz eigene Interpretation des Bautyps ‚Lusthaus’ dar. Es ist ein äußerst schmaler, dreigeschossiger Rechteckbau, dessen vier Ecken von je einem viergeschossigen Türmchen besetzt sind. Ein fünfter Treppenturm an der westlichen Langseite durchbricht die absolute Symmetrie dieses Gebäudes, das von einem strengen System von Arkaden, Pfeiler- und Pilastervorlagen gegliedert wird.
Schloss Gottesaue hat in den Jahrhunderten nach seiner Fertigstellung eine äußerst wechselvolle Geschichte erlebt. Nach ersten Zerstörungen im Pfälzer Erbfolgekrieg 1689, brannte es 1735 bis auf den Außenmauern aus. Es wurde in reduzierter Form als zweigeschossiger Baukörper mit dreigeschossigen Türmen wieder hergestellt und diente in den kommenden zwei Jahrhunderten zunächst als Fruchtspeicher für das markgräfliche Kammergut, ab 1818 als Kaserne, später der Polizei, ehe es im Mai 1944 in einem Bombenangriff zerstört wurde.

Fast vier Jahrzehnte lang erinnerte die Ruine des Schlosses an die Schrecken des Krieges, ehe es ab 1982 für die Zwecke der Hochschule für Musik Karlsruhe wieder aufgebaut wurde. Dabei wurde der Außenbau so rekonstruiert, dass die in seiner Geschichte erfahrenen Veränderungen ablesbar bleiben, während im Innern ein modernes Gebäude für die Nutzung als moderne Musikhochschule entstand, das jedoch durchaus modern interpretierte Anspielungen an die Renaissance-Architektur enthält.