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Die Theatinerkirche

Der Anlass war ein freudiger – die Kirche St. Kajetan (Theatinerkirche) wurde aus Dankbarkeit über die Geburt eines langersehnten Thronfolgers erbaut.
Im Jahre 1650 wurde der angehende Kurfürst Ferdinand Maria mit der lebenslustigen Turiner Prinzessin Henriette Adelaide von Savoyen („per procura“) vermählt – beide 14-jährig, beide kannten sich nicht.

Als Henriette 16-jährig nach München kam, war sie zunächst von ihrem Ehemann enttäuscht. Schwerwiegender als die persönlichen Differenzen war die Tatsache, dass sich der Kinderwunsch nicht erfüllte.
1660 dann die Geburt einer Tochter, 1662 die Geburt des Thronfolgers Max Emanuel, der als der Blaue Kurfürst in die Geschichte eingehen sollte.

Mit dem Bau der Theatinerkirche wurde Agostino Barelli aus Bologna beauftragt, der nach einem Versehen mit dem richtigen Baumaß von Antonio Spinelli in der Bauleitung abgelöst wurde. Die künstlerische Leitung übernahm Enrico Zuccalli aus Graubünden. Mit der Theatinerkirche hielt der italienische Hochbarock Einzug in München; die Theatinerkirche mit ihrer charakteristischen Kuppel ist prägend für die Münchner Stadtsilhouette. Die Fassade, die erst rund 100 Jahre später fertig gestellt wurde, war das letzte Werk des großen Hofbaumeisters François Cuvilliés.

Der reich stuckierte Innenausbau mit floralen Elementen, dem Symbol der Muschel sowie zahlreichen Putti (die im Übrigen alle das Aussehen des kleinen Max Emanuel haben sollen) zeugt vom Anspruch, eine prächtige Hofkirche zu sein. Die Appartements der Kurfürstin in der Residenz befanden sich übrigens gleich gegenüber.
Gleichzeitig mit dem Bau der Theatinerkirche entstand der Mittelbau von Schloss Nymphenburg – das Grundstück weit außerhalb der Stadtmauern Münchens war ein Geschenk des Kurfürsten an seine Frau, damit diese ihr geliebtes „borgo delle ninfe – Nymphenburg“ verwirklichen konnte.
© Martina Henrici