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Magdalenenkapelle

Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts kam es durch die Versteigerung säkularisierter Besitzungen des Adels und der Kirche zu weitreichenden Umschichtungen. Davon war auch die der heiligen Maria Magdalena geweihte Kapelle betroffen, die 1318 erstmals urkundlich erwähnt ist. Die Franzosen hatten die Kapelle 1795 zu einem Hafermagazin umfunktioniert. Die Stadt St. Wendel erwarb sie 1802 und baute sie zur Schule um. Nach weiteren Umbauten 1816/17 diente das Bauwerk verschiedenen Zwecken, so als Oberbürgermeistereiamt, Kaserne, Schule und als Wohn- und Geschäftshaus, in der „Braunen Zeit" als Parteizentrale, nach dem Zweiten Weltkrieg als Bücherei und Caritas-Zentrale. Heute wird das Haus nach einer Sanierung der 1980er Jahre als Gast- und Wohnhaus genutzt. Die Südseite mit ihren Strebepfeilern und die heute für gastronomische Zwecke genutzte Krypta bewahren in weiten Teilen die Bausubstanz der gotischen Kapelle, während die im spätbarocken Stil gestaltete Fassade stadtbildprägend wirkt. Die Magdalenenkapelle steht somit für viele Bauten, die im Gefolge der Säkularisation im 19. Jahrhundert tiefgreifende Umbauten und Umnutzungen erfahren haben.