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Die Villa Farnesina

Die Villa Farnesina befindet sich im römischen Stadtviertel Trastevere, entlang der Via della Lungara, gleich nach der Porta Settimiana.
Die Villa Farnesina ist eines der schönsten Beispiele für eine Renaissance-Villa, wo alles "wichtig" ist: der Auftraggeber, die Funktion, der Architekt, die Künstler und Dekorateure, der ehemalige Garten. Alles hier ist zukunftsweisend: der Übergang der glorreichen Vergangenheit (die Antike) zur Neuzeit (der Humanismus) ist das Bindeglied für den Werdegang der römischen Kunst bis zum Zeitalter des Barocks.
Die Villa Farnesina ist unter diesen Namen erst ab dem Ende des 16.Jhdts. bekannt, als sie von den auf der gegenüberliegenden Tiberseite residierenden Familie Farnese einvernommen wurde. Die richtige Namensgebung müsste also Villa Farnesina ehemals Chigi heißen.
Agostino Chigi († 1520) wird in Siena am 1.Dezember 1466 geboren. Der Vater, Mariano Chigi, wird als Händler in den Adelsstand erhoben, nachdem er mit dem Kornhandel ein Vermögen verdient hatte. Agostino wird bald ein reicher Händler, Bankier und Kunstmäzen. Die Zeitgenossen nennen ihn "der Erhabene" (Il Magnifico). Agostino besitzt einen eigenen Hafen, Porto d'Ercole in der Toskana, der von seinen Schiffen aus Europa und Asien angesteuert wird. Die Seerepublik Venedig ehrt ihn mit dem Titel "Sohn von San Marco" und erteilt ihm das Privileg bei den Sitzungen des städtischen Senates neben dem Dogen Platz nehmen zu dürfen. Der Sultan von Konstantinopel bezeichnet ihn als den größten Händler der Christenheit ("Magnus Mercator Christianus"). Am Anfang des 16.Jhdts. verlegt er seinen Wohnsitz nach Rom, wo er bald geschäftlich am päpstlichen Hof eingebunden wird. Er wird drei Päpsten seine Dienste anbieten: Alexander VI. Borgia (1492-1503), Julius II. della Rovere (1503-1513) und Leo X. Medici (1513-1521).
Im Jahre 1506 vernimmt er das Bedürfnis einer Villa Suburbana und erwirbt einen Baugrund in Trastevere, am Fuße des Janiculum-Hügels. Agostino Chigi wählt bewusst dieses abgelegene Areal, abseits von jedem Städtischen, isoliert von den anderen Bankiers, als Ort des Rückzuges gedacht.
In dieser herrlichen Villa kreisen Künstler, Dichter, Fürsten, Kardinäle und Päpste. Die hier veranstalteten Feste und Bankette sind in die Geschichte Roms eingegangen.
Der Architekt Baldassarre Peruzzi errichtet die Villa zwischen 1506 bis 1511. Sein Grundkonzept geht auf die Einheit zwischen Natur (der Ziergarten in Form eines Viridariums) und Kunst (das Gebäude). Kunst und Natur sollten nach diesem antiken Begriff zu einer Einheit verschmelzen, zur Ergötzung von Körper und Geist. Der Künstlerbiograph Vasari bezeichnet die Villa Chigi al Gebäude, welches "nicht mit Ziegeln und Mörtel errichtet sondern geboren" (im Sinne eines harmonischen Gewachsenen) sei.